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Zu Besuch beim ersten Computer der Welt

Zuse Museum in Hünfeld

Der Kurs mit dem Schwerpunkt Praktische Informatik im Beruflichen Gymnasium besuchte das Zuse Museum in Hünfeld und lernte mit der Z3 den ersten frei programmierbaren Computer der Welt kennen.

Hünfeld und nicht ein Museum in den USA waren also das Ziel von dem Kurs „Praktische Informatik“ mit ihrem Lehrer Johannes Breidt, um den ersten Computer der Welt kennen zu lernen. Denn die Z3 wurde 1941 von Konrad Zuse in Berlin gebaut, also mitten im 2. Weltkrieg. Er verwendetet dazu unter anderem ausgemusterte Relais aus Telefonvermittlungsanlagen und schrieb Programme für die Rechenmaschine auf Abfall-Filmstreifen von UFA Filmwerken. Und doch hatte diese Rechenmaschine schon viele Eigenschaften, die unsere Computer und Smartphones heute noch haben: Sie rechnete im Binärsystem, also nur mit 0-en und 1-en. Die Ein- und Ausgabe jedoch erfolgte natürlich in unserem Zehnersystem mit Knopfschaltern und Lämpchen. Das gleiche Prinzip wie PC-Tastatur und Monitor, die natürlich damals noch nicht erfunden waren. Ihr Rechenwerk wird heute CPU oder Prozessor genannt und der arbeitet heute wie früher taktgesteuert.

1949 wurde dann in der Nähe von Hünfeld in Hessen die Zuse KG gegründet, die mit der Z4 den damals einzigen funktionierenden Computer in Europa besaß und kommerziell vermietete.

Im Zuse-Museum in Hünfeld bestaunten die Schülerinnen und Schüler auch die Z23 (siehe Foto). Dieser Computer wurde 1961 fertiggestellt und arbeitete schon mit Transistoren und Streckkarten, wie sie in heutigen PCs immer noch z.B. als Grafikkarte eingesetzt werden. Interessante Randnotiz: von der Z23 wurden immerhin 98 Exemplare verkauft.

Bei der fachkundigen Führung formulierten die Schülerinnen und Schüler die zentrale Frage, warum die Zuse KG nicht so erfolgreich wurde, wie beispielsweise die Firma Microsoft, die erst gut 25 Jahre nach Zuses Firma gegründet wurde. Immerhin hatte Zuse und seine Zuse KG aus Hünfeld Computer entwickelt, die ihrer Zeit Jahrzehnte voraus waren, zuverlässig arbeiteten und viele Prinzipien vorwegnahmen, die auch heute noch verwendet werden.

Die Antwort ist vielschichtig, Zuse legte Wert auf Langlebigkeit, Zuverlässigkeit und Wartbarkeit und nicht auf den Verkauf von möglichst vielen Geräten und viel Profit. Es wurde zu viel Energie, Zeit und Geld auf Entwicklungen verwendet, die nur für sehr kleine Marktbereiche von Interesse waren. Und vielleicht lag es auch daran, dass die Computer tatsächlich der Entwicklung Jahrzehnte voraus waren und ihr Potenzial damals schlicht noch nicht erkannt wurde.

Auf jeden Fall hatten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 eine sehr interessante Führung in einem beeindruckenden Museum nicht weit entfernt von ihrer Schule in Alsfeld. Ihre Empfehlung war eindeutig: Auch die nächsten 11er sollten auf jeden Fall den ersten Computer der Welt in Hünfeld besuchen. Das ist auch für kurzentschlossene Schülerinnen und Schüler noch erreichbar, denn eine Anmeldung im Beruflichen Gymnasium der Max-Eyth-Schule Alsfeld ist immer noch möglich.