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2016

Abschlussprüfung der Land-und Baumaschinenmechatroniker

Ausgelassene Stimmung herrschte am vergangenen Samstagvormittag auf dem Parkplatz der Max-Eyth-Schule in Alsfeld. Trotz widriger Verkehrsbedingungen - einsetzender Regen hatte in der Nacht zuvor fast ganz Hessen unter einem dichten Eispanzer lahmgelegt - hatte sich eine Gruppe zumeist junger Leute zum Fototermin vor dem Werkstattgebäude versammelt.

Hinter deren Toren waren so mancher der jungen Männer und eine weibliche Auszubildende im Laufe der vergangenen Woche noch mächtig ins Schwitzen geraten, da sie an insgesamt drei Prüfstationen bei der Abschlussprüfung der Mechaniker für Land und Baumaschinentechnik ihr praktisches Können unter Beweis stellen mussten.

Nun waren die "Noch-Azubis"  gekommen, um das Ergebnis ihrer Mühen zu erfahren.
Die Spannung stieg gewaltig, bis ihr "Noch-Klassenlehrer", Oberstudienrat Hermann Schäfer, endlich die entscheidende Datei öffnete und das Abschneiden jedes Einzelnen erläutern konnte.
Von 37 angetretenen Prüflingen haben 36 die Prüfung bestanden und waren ab diesem Moment keine Azubis mehr, sondern frisch gebackene Gesellen bzw. Gesellinnen des Land-und Baumaschinenmechanikerhandwerks.

Sie haben damit auch ihren Schulbesuch an der Alsfelder Berufsschule beendet. Die Max-Eyth-Schule ist einer von 5 Schulstandorten in Hessen, an denen im Rahmen des dualen Ausbildungssytems die angehenden Mechatroniker für Land und Baumaschinentechnik ab dem 2. Lehrjahr in sog. Bezirksfachklassen beschult werden. Die Auszubildenden kommen demnach aus ganz Mittel- und Osthessen zum Unterricht hierher, der in  mehrere Blockwochen gegliedert ist.
Die Ausbildung dauert insgesamt dreieinhalb Jahre und beinhaltet das gesamte Spektrum moderner Landmaschinentechnik, mit Schwerpunkt auf den Lernbereichen Mechanik, Hydraulik, Elektrik/Elektronik und Gerätetechnik sowie den allgemeinbildenden Fächer Deutsch und Politik/Wirtschaftskunde.

Am Ende der Ausbildungszeit steht dann der Teil 2 der sog. gestreckten Gesellenprüfung; Teil 1 erfolgte schon am Ende des 2. Lehrjahres und wurde mit 30% auf die Gesamtprüfung angerechnet.
Diverse Änderungen in der Prüfungsordnung haben außerdem dafür gesorgt, dass die neue Berufsbezeichnung nun Land- und Baumaschinenmechatroniker lautet, eine längst überfällige Anpassung an die hoch komplexen Maschinenstrukturen.

Die Durchführung der Prüfung findet jeweils unter Vorsitz der Innung des Landmaschinenmechaniker-Handwerks Oberhessen-Starkenburg statt, die ihren Sitz in Friedberg hat.
Anfang Dezember 2015 musste zunächst die Hürde der Theorieprüfung genommen werden, die ebenfalls an der Max-Eyth Schule stattfand.
Die eigentliche praktische Prüfung erstreckte sich dann für die Prüflinge über die gesamte 2. Schulwoche nach den Weihnachtsferien
Allerdings war hierbei weniger handwerkliches Geschick gefragt als vielmehr diagnostisches Denken und der Umgang mit moderner Prüf- und Messtechnik, da der Mechaniker von heute ohne den Diagnosecomputer mit Internetzugang in seiner Werkzeugkiste kaum noch eine Chance hat, die hochgradig vernetzte Technologie einer modernen Landmaschine zu reparieren.
Einen Schwerpunkt der Prüfung bildete die fachgerechte Installation einer elektrohydraulischen Anlage einschließlich ihrer Einstellung und Funktionsprüfung. In einem sich anschließenden Fachgespräch mussten die Prüflinge außerdem zu Fragen über Hydraulik und Elektrik Rede und Antwort stehen.

Es folgten zwei weitere Arbeitsstationen, an denen die von den Prüfern eingebauten Fehler ausfindig gemacht und behoben werden mussten. Das Spektrum reichte hierbei von moderner Common Rail Diesel-Einspritztechnologie bis zur klassischen Motormechanik, welche auf Grund der Langlebigkeit der Traktoren weiterhin zum Arbeitsbereich eines Mechatronikers gehört.

Etliche angehende Gesellen dürften demnach vermutlich noch eine unruhige Nacht erlebt haben, bevor sie dann endlich am Samstagvormittag das heiss ersehnte Zertifikat "bestanden" aus der Hand des Prüfungsausschussvorsitzenden Gerhard Jungmann entgegennehmen konnten.

Erfreulicherweise werden auch in diesem Jahr fast alle Prüflinge von ihren Ausbildungsbetrieben in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen, aber auch die restlichen Junggesellen haben mit ihrem Berufsabschluß traditionell sehr gute Chancen, einen Arbeitsplatz im artverwandten Handwerk oder der Industrie zu finden.

Prüfungsbester bei der jetzigen Winterprüfung mit der Gesamtbeurteilung "gut" aus Teil 1 und Teil 2 wurde mit knapp 90% Sascha Harmert von der Fa. Klotz und Noll in Berstadt. 


Außerdem haben bestanden:

Justin Balser (Fa. Zörb, Lützellinden), Ruben Bettenhausen (Hessen-Forst, Bebra ), Adrian Eufinger (Raiffeisen, Limburg) , Felix Finsterseifer (Fa. Noll, Limburg),
Kamer Gashi (Wiesecker Werkzeugvermietung), Maximilian Göbel (Hölzer Landtechnik, Sinntal), Bastian Heger (Mietservice Heger, Philippstal), Gabriel Heister (Wasser- u. Bodenverband, Amöneburg), Thomas Helfrich (Fa. Leinweber, Neuhof), Lukas Hergenröder (Fa. Leinweber, Neuhof), Maurice Hill (Raiffeisen Alsfeld), Alexander Hollstein (Raiffeisen Bebra), Ben Holzhausen (Fa. Egenolf, Limburg), Marcel Isaakson
(Raiffeisen Alsfeld), Lukas Kachellek (Fa. Schäfer, Schenklengsfeld), Florian Kirchner (Fa. Kohlstock, Tann), Lukas Klüber (Raiffeisen Bebra ),
Nikolas Kriep (Wiesecker Werkzeugvermietung , Franz Langer (Fa. Leinweber, Neuhof)
Johannes Leitsch (Fa. Wagner, Friedberg), Andreas Metrich (Fa. Schlotter, Idstein),
Robert Möchel (Giebel Bau, Eiterfeld), Niklas Naujokat ( Landtechnikzentrum, Alsfeld), Tim Oesinghaus (Himmel u. Papesch, Bebra) David Reller (Fa. Klotz und Noll, Berstadt),
Maximilian Röll (Fa. Leinweber, Neuhof), Tim Scheerer (Fa. Schlotter, Idstein), Steffen Schmitt (Fa. Leinweber, Neuhof), Jan-Paul Sklarek (Landtechnikzentrum, Alsfeld), Julian Tim Sparwald (Fa. Justus Becker, Nidda), Denise Stein (Raiffeisen, Bad Hersfeld), Alexander Stork (Fa. Bell, Alsfeld), Niklas Wagner (Fa. Troß, Nidda), Lukas Wilke (Fa. Wagener, Neukirchen), Simön Zörb (Fa. Zörb, Lützellinden / Fa. Stücker, Soest).


Der Prüfungsausschuss setzte sich wie folgt zusammen:
Vorsitzender Gerhard Jungmann (ehemals Raiffeisen Friedberg), Mario Becker (Raiffeisen Alsfeld), Berthold Riess (Riess Landtechnik, Maulbach), Dr. Erwin Bernhardt (ehemals Max-Eyth-Schule) und Hermann Schäfer (Max-Eyth-Schule)

Der Ausschuss wünscht den Absolventen alles Gute für ihren weiteren Lebensweg!