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2011

Déja-vù: Maßschneider/innen laden zu Zeitreise ins 20.Jh ein

Marie-Sophie Hohmann bei Vorbereitungen ihres Modenschaumodells

Modenschau am 31.03.2011

Am 31. März ist es wieder soweit: die Maßschneider/innen der  Max-Eyth Schule Alsfeld veranstalten ihre alljährliche Modenschau. „Déjà-vu“ lautet der Titel in diesem Jahr und will die Zuschauerinnen und Zuschauer einladen zu einer Zeitreise durch das 20. Jahrhundert.

Seit dem Sommer 2010 steht für die Maß- und Modeschneider/innen sowie die Textilgruppe EIBE fest,  dass sich die Modenschau 2011 ganz um das vergangene Jahrhundert drehen soll. Nachdem im Unterricht mit der Jahrhundertwende, den „Goldenen Zwanzigern“, den fünfziger und sechziger sowie den achtziger Jahren vier ereignisreiche Zeitabschnitte ausgewählt wurden, konnten die Auszubildenden ihren Inspirationen  freien Lauf lassen. Dabei entstanden Präsentationszeichnungen, die erahnen lassen, wie sich Elemente einer ausgewählten Dekade in modischen Outfits widerspiegeln. Dabei befassten sich die jungen Auszubildenden nicht vordergründig nur mit der damaligen Mode, sondern auch mit prägenden Ereignissen und Erfindungen, dem Lebensstil und dem allgemeinen Zeitgeist.

Nachdem nun die Phase der Entwürfe, dem Erstellen von Arbeitsablaufplänen und dem Berechnen von Stoffbedarf und Kosten abgeschlossen ist, kann man dieser Tage den Maßschneider/innen der Max-Eyth-Schule auch mit Kleister, Pappkartons, Farbeimern und Pinseln begegnen: die Vorbereitungen zur Modenschau werden in Angriff genommen, denn die Schüler/innen betätigen sich im Rahmen dieses umfassenden Projektes auch als Organisatoren des großen Tages. So entstand die Idee, das Foyer z.B. mit überdimensionalen Kassetten, Zauberwürfeln und anderen für die jeweilige Epoche sinnbildlichen Gegenständen zu dekorieren. Selbst ein Grammophon aus Pappmaché ist von den kreativen Schüler/innen erschaffen worden, um ein stimmiges Gesamtbild zu erzeugen. Auch die Musik für die Auftritte auf dem Laufsteg wird, abgestimmt auf das Jahrzehnt, sorgsam ausgewählt und zusammengeschnitten. Eine weitere Arbeitsgruppe befasst sich mit den Publikationen wie beispielsweise dem Erstellen eines Programmheftes. Nicht zuletzt muss der Tag der Modenschau organisiert und koordiniert werden, Helferpläne müssen geschrieben, Räume müssen reserviert werden, damit die Veranstaltung reibungslos und weitgehend professionell ablaufen kann.

Die Lehrerin Susanne Fricke-Nordmeier, die ihre Schüler/innen bei deren Entwürfen und Vorbereitungen zur Modenschau unterstützt, sowie ihre Kollegin Ute Groß sind zuversichtlich, dass diese ihre Planungen auch in die Tat umsetzen werden: „Am Modenschautag wird die Aula festlich geschmückt, das Foyer originell dekoriert und die Ausstellung mit den Präsentationszeichnungen hergerichtet sein!“

Aber was wäre eine Modenschau ohne Kleider? Und hier sind die angehenden Maß- und Modeschneider/innen sowie die EIBE-Schülerinnen ganz in ihrem vertrauten Element: Nähmaschinen rattern, man hört das Zischen der Bügelanlage und manche Schülerin sieht man ganz konzentriert diffizile Handstiche ausführen. Ruth Quehl und ihre Kolleginnen Maike Aschenbach, Julia Aechtner und Hiltrud Joers betreuen die Auszubildenden in der Schneiderwerkstatt der Max-Eyth-Schule und schließen sich ihren Kolleginnen an: „Es wird mit Hochdruck gearbeitet, um die gestalterischen Vorstellungen, die bisher nur als Zeichnungen existieren, in Kleidung umzusetzen.“ Hierzu müssen individuelle Maßschnitte angefertigt werden, die dann passformgerecht in handwerklich einwandfrei gearbeitete Kleidungsstücke umgewandelt werden.

Am 31. März werden die textilen Kreationen auf Kleiderbügeln und Schneiderpuppen darauf warten, von ihren Schöpferinnen auf dem Laufsteg präsentiert zu werden. Denn dann werden sie die Zuschauerinnen und Zuschauer in zwei öffentlichen Vorstellungen um 15:30 Uhr und 19:30 Uhr in das zwanzigste Jahrhundert entführen und vielleicht so manches Déjà-vu-Erlebnis auslösen!   

 

08.03.2011 S. Fricke-Nordmeier, Sandra Wagner, Marianne Eyl
09.03.2011  Oberhessische Zeitung