Dort bildeten sie zwei Wochen lang indonesische Schulleitungen im Bereich "Qualitätsmanagement für Berufliche Schulen" fort. In Indonesien hat berufliche Bildung eine hohe bildungspolitische Priorität erlangt, erläuterte die Alsfelder Schulleiterin nach ihrer Rückkehr. Um qualitätssichernde Strukturen auf- und auszubauen, müssten die über 9000 beruflichen Schulen nach einem Beschluss des indonesischen Erziehungsministeriums ein Qualitätsmanagement einführen. Damit werde an die beruflichen Schulen "ein umfassender Qualitätsanspruch gestellt", so Claudia Galetzka.
Ziel ihres jetzigen Aufenthalts vor Ort war, die indonesischen Schulleitungsmitglieder und Qualitätsmanagementbeauftragten bei der Gestaltung der Veränderungsprozesse zu unterstützen. Zudem ging es darum, ein umfassendes Verständnis für Bildungsqualität zu vermitteln. In der Fortbildung stellten Galetzka und Gonnermann Methoden und Instrumente zur Qualitätsentwicklung vor und referierten über den Hessischen Referenzrahmen für Schulqualität. Die Teilnehmer lernten Bildungsansätze und Qualitätsentwicklungsmodelle aus Hessen und Deutschland kennen. Zudem entwickelten die beiden Schulleiter ein beispielhaftes Qualifizierungsprogramm für indonesische Schulleitungsmitglieder.
Die Alsfelder Pädagogin war beeindruckt von dem multikulturellen Erscheinungsbild der indonesischen Gesellschaft. Die Gesamtbevölkerung von rund 240 Millionen Menschen setzt sich aus 360 Ethnien, die sich in religiöser, kultureller und sozialer Hinsicht erheblich unterscheiden, zusammen. Die kulturelle Autonomie dieser Volksgruppen sei verfassungsrechtlich festgeschrieben und im Staatswappen prange das Motto "Einheit in Vielfalt". Grundsätzlich strebten Indonesier nach Harmonie und würden Konflikte vermeiden. Gesichtswahrung und die Achtung der Würde des Anderen seien Alltagsgrundsätze.
Oberhesssiche Zeitung vom 04.09.2010