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2007

Staunen über große Jugendgruppen <br />in italienischen Kneipen

Sebastian Schirmer, Sadia Awan und Victoria Eichler bei <br />der Präsentation des Abschlussprojekts

Max-Eyth-Schüler stellten bei Treffen mit portugiesischen und italienischen Schülern selbst gestaltete Internet-Seite vor

Pressespiegel (Alsfelder Allgemeine vom 02.07.2007)

Alsfeld/Gravina (pm). Drei Schüler der Max-Eyth-Schule Alsfeld trafen sich dieser Tage mit Schülern und Lehrern aus Italien und Portugal. Die Teilnehmer des SUK-Kurses "Fit für Europa" nahmen an einem SOL-Projekt (Selbstorganisiertes Lernen) teil. Sie trafen sich im süditalienischen Gravina, wo sie das Abschlussprojekt, eine Homepage, vor dem ausländischen Publikum präsentierten. Nachdem die portugiesische Gruppe ihr Projekt, eine Herberge für sozial Benachteiligte, ihre Präsentation zum Besten gegeben hatte, erörterten die italienischen Schüler ihre Darstellung über das Vorkommen von Symmetrien in der Natur. Alle Präsentationen (besonders die der Portugiesen) hatten viel Applaus zur Folge. Projektkoordinator Gerhard Zinßer, Klaus Schache sowie Schulleiter Friedhelm Miebach nahmen an der Reise teil.

Ziel des Treffens war der Austausch von Ideen und Erfahrungen, sowohl von Lehrern als auch von Schülern, wie man selbstorganisiertes Lernen umsetzen und bewerten kann. Die Schüler Sadia Awan, Victoria Eichler und Sebastian Schirmer kamen bei Gastfamilien unter, bei denen sie die italienische Kultur aus Sicht der Jugendlichen kennen lernten. Neben den Besuchen vieler Sehenswürdigkeiten durften Kneipentouren nicht fehlen. Zum Erstaunen der deutschen Jugendlichen fielen die Besuche in Cocktailbars und Pizzarien immer recht groß aus. Nie waren weniger als 15 Freunde der Kinder der Gastfamilien dabei, was einen großen Spaß- und Geräuschpegel erzeugte. Die meist 17- bis 18-jährigen Einheimischen beherrschten die englische Sprache insoweit, dass eine einigermaßen gute Kommunikation zu Deutschen und Portugiesen möglich war. Dadurch konnten sie ihre Meinungen, Erfahrungen und Gedanken austauschen.

Während das Wetter ähnlich dem deutschen war, gab es in anderen Bereichen des alltäglichen Lebens doch immense Unterschiede. Bei den quasi nicht vorhandenen Verkehrsregeln hätte wohl schon so manch ein Deutscher das Weite gesucht. Selbst kleine Kollisionen blieben unbeachtet. Fußgänger überquerten, scheinbar achtlos, die Straße, sodass die Autos stehen bleiben mussten. Solche Situationen wären in Frankfurt oder selbst in Alsfeld undenkbar. Weitere Überraschungen hielten die Besuche in den Kneipen und Restaurants bereit. Wie in Deutschland meist üblich, ist es in Italien nicht vorgesehen, nach dem Essen einen Schnaps oder ein Bier zu trinken. Man staunte nicht schlecht, dass man sofort nach dem Essen bezahlt und geht. Wie auch in Deutschland bereits oft diskutiert, ist in Italien das Rauchen in allen öffentlichen Gebäuden nicht gestattet. Bei Treffen mit den portugiesischen Schülern konnte man auch mehr über deren Land und Leute erfahren. Beispielsweise beschwerte sich eine 17-jährige Projektmitarbeiterin aus der Nähe von Porto, über die Medienpolitik in ihrem Land. Sie führte die in ihren Augen überzogene und einseitige Berichterstattung über die seit einigen Wochen entführte Madeleine auf. Alle Beteiligten konnten viel bei der aus EU- Mitteln finanzierten Unternehmung lernen.

Quelle: M. Massier, Alsfelder Allgemeine vom 02.07.2007