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2007

Neues Angebot in den besonderen Bildungsgängen

Mit Spaß bei den Renovierungsarbeiten: <br />EIBE-Schüler

Innovativer Qualifizierungsbaustein im Rahmen von EIBE

Seit dem Schuljahr 2006/07 bieten wir in der Schulform EIBE (Eingliederung in die Berufs- und Arbeitswelt) einen selbst entwickelten Qualifizierungsbaustein an. Qualifizierungsbausteine sind inhaltlich und zeitlich abgegrenzte Lerneinheiten, die zur Ausübung von Tätigkeiten befähigen, die Teil einer Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf oder einer gleichwertigen Berufsausbildung sind. Qualifizierungsbausteine gelten als ein geeignetes Instrument zur gezielten Unterstützung von Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf.
Als innovatives Aus- und Weiterbildungszentrum haben wir uns dieser Herausforderung bereits in diesem Schuljahr gestellt.
Die Schulform EIBE setzt neun Schulbesuchsjahre voraus mit dem Ziel innerhalb von einem Jahr den Hauptschulabschluss bzw. eine Ausbildungsreife zu erreichen. Unterrichtet werden die Fächer Deutsch, Mathematik, Politik/Wirtschaft, EDV und Sport sowie verschiedene Fachpraxisangebote (u.a. Holz, Metall, Textil, Ernährung, Gesundheit, Farb- und Raumgestaltung). Dazu gehören mehrere Betriebspraktika. Zusätzlich werden die Schüler von Schulsozialarbeitern betreut.
Ab dem Schuljahr 2007/08 soll gemäß dem Hessischen Kultusministerium eine Veränderung in der Struktur dieser EIBE-Maßnahme stattfinden: Das Fachpraxisangebot wird dann in Form von Qualifizierungsbausteinen durchgeführt.

Der bereits an der Max-Eyth-Schule entwickelte und zurzeit angebotene Qualifizierungsbaustein heißt „Beschichten von Untergründen im Innenbereich“. Diesem Baustein liegt der Ausbildungsberuf Bauten- und Objektbeschichter/in (1. Stufe des Ausbildungsberufes Maler/in und Lackierer/in) zugrunde. Das Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler zu befähigen, Beschichtungen von Untergründen im Innenbereich unter Anleitung zu planen und auszuführen. Die Vermittlung der Inhalte erfolgt durch ein Team von Ausbildern (Fachpraxis- und Theorielehrer) und wird überwiegend handlungsorientiert anhand von beispielhaften Projektarbeiten durchgeführt.

So wurden neben der Renovierung des „Café Sonne“ bereits einige Räume in der Außenstelle der Max-Eyth-Schule neu gestrichen.
Ein weiterer Schwerpunkt dieses besonderen Bildungsganges ist die Förderung des gemeinnützigen Denkens und Handels der Schüler/innen. Unter diesem Gesichtspunkt haben sich Lehrer und Schüler/innen entschlossen, dem Naturfreundehaus in Alsfeld-Leusel einen neuen Innenanstrich "zu verpassen".
Das Besondere dieses Qualifizierungsbausteins ist, dass er als erster Baustein von der Handwerkskammer Wiesbaden anerkannt worden ist. Er bietet den meist schulverdrossenen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, einige Inhalte von Ausbildungsberufen kennen zu lernen bzw. zu erlernen. Motivation und Lernbereitschaft der Schüler werden durch den direkten Praxisbezug erfahrungsgemäß deutlich verbessert.

Für den Fall, dass eine Schülerin oder ein Schüler den Hauptschulabschluss nicht schafft, stellt der durch eine praktische Prüfung erfolgreich abgeschlossenen Qualifizierungsbaustein einen wichtigen Nachweis von Fähigkeiten dar, der für das weitere berufliche Fortkommen äußerst hilfreich sein kann.

Quelle: M. Massier, S. Schäfer