Pressespiegel: Oberhessische Zeitung vom 07.07.2007
ALSFELD (kp). Nach der dreijährigen Ausbildung mit anschließenden Prüfungen konnten die Tischler der Max-Eyth-Schule (MES) in Alsfeld gestern ihre selbst angefertigten Gesellenstücke in der VR Bank präsentieren. Zuvor hieß es für die sieben Tischler und zehn Holzarbeiter sich noch einmal in die Arbeit zu stürzen. Denn ihre endgültige Schulnote ergibt sich aus dem selbst hergestellen Gesellenstück, das im Betrieb innerhalb von etwa vier Wochen hergestellt wurde, und der Handarbeitsprüfung, die sie am vergangenen Mittwoch ablegten.
Diese Arbeitsprobe mussten die insgesamt 17 Schüler innerhalb von sieben Stunden erarbeiten. Mit einer Liste der Materialienarten und Anzahl der Hölzer mussten sie nach strikten Vorgaben ein CD-Regal mit Schiebetür anfertigen. Diese Prüfung ist landesweit gleich und dient somit dem besseren Vergleich der Qualität. Gefragt war das Arbeiten mit Maschinen sowie handwerkliche Arbeit unter anderem mit Säge, Zollstock und Hammer.
Seit Freitag werden fünf der 21 Gesellenstücke in der VR Bank in Alsfeld für vierzehn Tage ausgestellt. Interessenten und vielleicht spätere Tischler können so die Gesellenstücke bestaunen und sich über die Arbeit eines Tischler ein eigenes Bild machen.
Werner Braun, aus dem Vorstand der VR Bank, lobte die Arbeiten und meinte, das dafür "handwerkliches Können und Geschick nötig" seien. Weiterhin wünschte er den Ausgebildeten gute Zukunftsaussichten und erklärte den Besuchern, dass das Handwerk wieder einen Aufschwung erlebt.
Auch Obermeister Dieter Zinn war begeistert von den einzelnen Ausstellungsstücken und lobte mehrfach die Tischler. Er meinte: "Sie alle können stolz auf das Erlernte sein und haben nun eine solide Grundlage für das berufliche Leben."
Drei der fünf Tischler stellten ihre Gesellenstücke mit einer Erklärung zu Verbindungstechnik, Oberflächenmaterial, Holzart und Besonderheiten den Besuchern vor. Andre Braun entschied sich beispielsweise für das Herstellen eines Bettes mit dazugehörigen Nachttisch und Sascha Jöckel für eine Tür. Er erklärte mit einem Schmunzeln: "Ich habe mich dazu entschlossen eine Tür anzufertigen, weil meine Mutter schon seit längerem eine neue Haustür haben wollte."
Nach den vierzehn Tagen kann jeder Tischler sein Gesellenstück mit nach Hause nehmen. Denn Gesellenstücke werden nicht verkauft, sondern man behält sie als Andenken gewöhnlich sein Leben lang.
Quelle: Oberhessische Zeitung vom 07.07.2007