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2007

"77 auf einen Streich": Ein Blick hinter die Kulissen

Viel Handarbeit steckt in den Kleidern, die die <br />angehenden Maßschneiderinnen der Max-Eyth-Schule <br />am 29. März präsentieren werden.

Auszubildende stecken seit sechs Monaten in den Vorbereitungen zur Modenschau

Pressespiegel: Oberhessische Zeitung vom 21.03.2007

ALSFELD (jwe). Vom Bühnenaufbau bis zum Modeln wird hier alles selbst gemacht. Hinter einer perfekt inszenierten Modenschau steckt jede Menge Arbeit, das wissen die angehenden Maßschneiderinnen jetzt. Am 29. März findet zum fünften Mal ihre Modenschau an der Max-Eyth Schule statt. Die Modenschau ist ein Projekt des dritten Lehrjahres, an dem aber auch das erste und das zweite Lehrjahr, sowie Schülerinnen der EIBE-Gruppe Textil beteiligt sind. Die Modenschau steht dieses Jahr unter dem Motto Märchen und trägt den Titel "77 auf einen Streich". Die Auszubildenden entwerfen, schneidern, finanzieren und präsentieren ihre Modelle komplett selbst. Vorgegeben ist lediglich das Thema mit seinen Unterthemen "Gut und Böse", "Prunk und Reichtum", "Personen und Schauplätze" und "Übernatürliches". Bis das komplette Outfit auf dem Laufsteg präsentiert werden kann, stecken zum Beispiel hinter einer Kombination aus Rock und Corsage, bis zu 4000 Minuten Arbeit. Viele der Auszubildenden werden sogar zwei selbstgefertigte Modelle präsentieren.
In den Ausbildungswerkstätten der Max-Eyth Schule kann man die jungen Frauen beobachten, wie sie eifrig an ihren Modellen für die Modenschau arbeiten. Die ersten Arbeitsphasen sind abgeschlossen und die Ergebnisse können sich bereits sehen lassen. Viel Zeit bleibt auch nicht mehr, Auszubildende Dorothea Trepte erklärt "Unser Ziel ist es eigentlich bis eine Woche vor der Schau mit unseren Modellen fertig zu sein".
Bis zum vorführfertigen Modell ist es ein langer Weg: Zuerst entwerfen die Auszubildenden verschiedene Skizzen, nachdem sie sich für eine entschieden haben, müssen die Stoffe ausgewählt werden. Anhand der Skizze werden dann die Schnitte konstruiert und ein Probemodell genäht. Dies ist eine Art Rohfassung, die ohne Taschen und Knöpfe gefertigt wird, denn es geht in erster Linie um die Passform. Nach zahlreichen Anproben und möglichen Änderungen beginnt dann die Arbeit am Original. Zusätzlich erstellen die angehenden Maßschneiderinnen eine Präsentationszeichnung, das ist eine detailliert ausgestaltete Zeichnung, die den fertigen Entwurf an einer Figur darstellt und dem original Kleidungsstück sehr nahe kommen sollte.
Neben der praktischen Arbeit gehört auch die Erstellung einer Mappe, die den theoretischen Hintergrund der Arbeiten beleuchtet, zu den Aufgaben der Auszubildenden. Diese Mappe beinhaltet unter anderem eine Materialbedarfsliste und eine Stückkalkulation aus der sich ergibt, dass eines der fertigen Einzelstücke zwischen 500 und 600 Euro Wert ist. Auch in Serie produziert würde es noch stolze 200 Euro kosten.
Eine Modenschau besteht aber nicht nur aus Kleidern und Menschen, sondern auch das ganze drum herum muss organisiert werden. Die Schülerinnen des dritten Lehrjahres haben sich dazu in verschiedene Gruppen aufgeteilt, die sich um Deko, Proben, Musik, Einladungen, Raumbelegung und Zeitplan kümmern.
Ganz allein würden sie das aber nicht schaffen und sind deshalb dankbar, dass sie Unterstützung von zahlreichen Gruppen aus der Max-Eyth Schule erhalten: Die Holzwerkstatt etwa baut den Laufsteg auf, die Maler stellen ihre Räume für die Fertigung des Bühnenbildes zur Verfügung und die Informationstechnischen Assistenten gestalten die Plakate, das sind aber längst nicht alle helfenden Hände.
Am Tag der Modenschau reisen die Frisöre der Beruflichen Schulen Bad Hersfeld an und kümmern sich um Frisuren und Make-up der Auszubildenden, die dann zu Modells werden und ihre Stücke selbst präsentieren. Für Musik und Licht während der Show ist das Discoteam MST verantwortlich und die Verpflegung übernimmt das schulinterne Café Sonne.
Im Rampenlicht stehen letztendlich jedoch die angehenden Maßschneiderinnen, die ihre Modelle vorführen und ihre in Laufgruppen selbst erarbeiteten Choreografien zeigen.
Aufregend und stressig sind die letzten Tage vor der Modenschau, die Auzubildenden nehmen aber auch eine Menge an Erfahrung mit. Sie lernen sich selbst zu organisieren und gewinnen an Selbstvertrauen. Spaß macht es natürlich auch, "aber das merkt man immer erst hinterher, wenn es vorbei ist und der ganze Stress und die Anspannung weg sind", so Dorothea Trepte.
Wer das Ergebnis der Vorbereitungen, die bereits seit den Sommerferien laufen, sehen möchte hat am 29. März gleich dreimal die Chance dazu. Um 11 Uhr findet der erste schulinterne Durchgang in der Aula der Max-Eyth Schule statt, für alle geöffnet sind die Schauen um 15:30 und 19:30 Uhr.

Text und Fotos: Oberhessische Zeitung vom 21.03.2007