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2006

Treibstoffe von heimischen Äckern

Biokraftstoffe in der Land- und Forstwirtschaft

Rapide gestiegene Preise bei Benzin und Diesel lassen die Kfz-Halter stöhnen. Gerade bei Großverbrauchern wie Landwirten, Lohn- und Fuhrunternehmern wachsen die Treibstoffkosten enorm an. Dadurch nimmt das Interesse an alternativen, umweltfreundlichen Biotreibstoffen aus der Region immer mehr. Zu diesem Thema fand ein Workshop mit Schülern und Lehrern an der Max-Eyth-Schule Alsfeld statt.

Durchgeführt wurde die Informations-, Schulungs- und Beratungsmaßnahme durch das Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie sowie von der Hessischen Erzeugergemeinschaft für Nachwachsende Rohstoffe. Teilnehmer waren die Schülerinnen und Schüler der Fachstufenklassen Landwirte und Landmaschinenmechaniker mit den Lehrkräften Dr. Erwin Bernhardt und Dr. Bernhard Geiß.

Zunächst gab Herr Raussen vom Witzenhausen-Institut einen Überblick über die verschiedenen Biokraftstoffe und ihre Herstellung. Neben dem schon etablierten Biodiesel spielt auch immer mehr die Verwendung von kaltgepresstem oder raffiniertem Pflanzenöl (vornehmlich aus Raps) eine Rolle. Relativ neu in Deutschland ist Bioethanol, das durch alkoholische Gärung hergestellt wird. Unlängst hat in Bad Homburg die erste Bioethanol-Tankstelle eröffnet. Auch Biogas kann nach entsprechender Gasreinigung und Aufkonzentrierung in Gasmotoren wie Erdgas gefahren werden. "Zukunftsmusik" sind noch die synthetischen Kraftstoffe aus Biomasse ("Sunfuel“, "BTL“). Doch in diesen Bereich werden derzeit hohe Forschungsmittel seitens der Automobilindustrie investiert.

Anschließend erläuterte Herr Töpp von der Hessischen Erzeugergemeinschaft für Nachwachsende Rohstoffe die bisherigen Erfahrungen mit Biokraftstoffen in der Praxis. Hierbei ging er auf Biodiesel sowie kaltgepresstes und raffiniertes Pflanzenöl ein. Gerade beim Pflanzenöl kommt es auf eine gute Ölqualität an. Diese soll demnächst in einer DIN-Norm geregelt werden. Außerdem lernten die Teilnehmer unterschiedliche Umrüstungskonzepte und technische Lösungen kennen, was insbesondere die Landmaschinenmechaniker interessierte. Tipps und Hinweise, die man bei einer Umrüstung beachten sollte, sowie Wirtschaftlichkeitsberechnungen rundeten das Bild ab.

Biokraftstoffe liefern für die Erzeuger von Biomasse, für Hersteller, Verarbeiter, Verbraucher und die Umwelt viele Vorteile. So sind sie weitgehend CO2-neutral und tragen kaum zum Treibhauseffekt bei. Sie stärken die Wirtschaftskraft im ländlichen Raum, sind umweltfreundlich (wenig Probleme bei Tankleckagen) und sind zum Teil wesentlich günstiger als die Treibstoffe aus fossilen Quellen. Sie können auch bei der stationären Nutzung in einem Blockheizkraftwerk zur Strom- und Wärmeproduktion eingesetzt werden. Der Betrieb eines pflanzenölbetriebenen Blockheizkraftwerk wird durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) vergütet und bietet Landwirten ein lukratives Standbein als "Energiewirt“.

Weitere Informationen zum Thema unter www.biokraftstoffe-hessen.de und www.ezg-nawaro.de.

Text und Foto: Dr. B. Geiß