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2006

Projekt zu Erst- und Zweitsprache

Im Rahmen ihres Projektes entwickelten die <br />Schülerinnen auch verschiedene Materialien, <br />die die Sprechfreude verstärken.

Ohne Sprachkenntnisse nur wenig Chancen

Pressespiegel: Oberhessische Zeitung vom 04.03.2006

ALSFELD (r). Mit dem Thema "Erlernen der Erst- und Zweitsprache bei Kindern" hat sich jetzt die Höhere Berufsfachschule für Sozialassistenz an der Alsfelder Max–Eyth–Schule im Rahmen eines Unterrichtsprojektes beschäftigt. Begleitet wurde die Klasse im Schwerpunkt Sozialpädagogik von den Klassenlehrerinnen Theresia Rhiel und Marta Sauer.

Zunächst wurden die Entwicklungsphasen beim Erwerb der Muttersprache behandelt. Sprache und Wortschatz entwickeln sich bei intakten Anlagen des Kindes in einer sprechfreudigen Umgebung. Wichtig ist dabei eine vertraute Atmosphäre. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich mit verschiedenen Materialien und Methoden auseinander, die die Sprechfreude und die Sprache von Kindern stärken: Masken und Handpuppen wurden hergestellt, kleine Theaterstücke eingeübt und vorgespielt. Werke der Kinder- und Jugendliteratur wurden im Hinblick auf ihre sprachbildende Wirkung untersucht.

Einen weiteren Projektschwerpunkt bildete die Beschäftigung mit dem Thema "mehrsprachiges Aufwachsen“. Vor wenigen Jahren waren Pädagogen noch darauf bedacht, dass Migranten- und Aussiedlerkinder in deutschen Einrichtungen sich nur in deutscher Sprache verständigen. Dieser Ansatz wurde inzwischen revidiert: Für jeden Menschen ist die Muttersprache etwas Besonderes, sie ist Teil der eigenen Identität. In diesem Sinne sollte auch die Muttersprache beim Heranwachsen der Kinder weiterentwickelt und im Alltag verankert werden.

Neben einer gut entwickelten Muttersprache ist das Erlernen der deutschen Sprache als Zweitsprache aber unbedingt notwendig. Ohne sie haben Kinder in Schule und Gesellschaft wenig Chancen. Bezugspersonen sollen immer in der gleichen Sprache mit den Kindern sprechen. Dieses Ordnungsprinzip, welches die Person an die Sprache bindet, erleichtert den Kindern das Erlernen der Zweitsprache.

Christa Funk, die Leiterin der Ev. Kindertagesstätte Am Lieden in Alsfeld stellte unterschiedliche Sprachförderprogramme für deutsche und zugewanderte Kinder vor.

Abschluss des Projektes bildete ein Besuch auf der Bildungsmesse in Hannover. Dort konnten ausgiebig neueste Materialien zur Sprachförderung gesichtet und ausprobiert werden.

Text: M. Sauer; Oberhessische Zeitung vom 04.03.2006