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2006

Fahrt nach Spišská Nová Ves

Fachklasse der Karosserie- und Fahrzeugbauer auf Studienfahrt in der Slowakei

Schüler der Fachklasse "Karosserie- und Fahrzeugbauer" an der Max-Eyth-Schule Alsfeld führten mit ihren Lehrern Bernhard Becker, Kurt Hummel und Norbert Weinig eine Studienfahrt in die Slowakei durch. Ziel der Fahrt war die Stadt Spišská Nová Ves, eine Partnerstadt von Alsfeld, mit deren Berufsschule die Max-Eyth-Schule seit 1993 partnerschaftlich verbunden ist.

Fachlich eingebunden war die Studienfahrt in das Unterrichtsthema "Karosserie- und Fahrzeugbauer" an der Max-Eyth-Schule Alsfeld führten mit ihren Lehrern Bernhard Becker, Kurt Hummel und Norbert Weinig eine Studienfahrt in die Slowakei durch. Ziel der Fahrt war die Stadt Spišská Nová Ves, eine Partnerstadt von Alsfeld, mit deren Berufsschule die Max-Eyth-Schule seit 1993 partnerschaftlich verbunden ist.

Fachlich eingebunden war die Studienfahrt in das Unterrichtsthema "Neubau von Kleinbussen und Karosserieinstandsetzung von Großbussen“; hinzu kam die Möglichkeit, die osteuropäische Kultur kennen zu lernen und einen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten.

Nachdem die Reisegruppe mit der Bahn angereist war, stand zunächst der Besuch der Partnerschule an. In den Gesprächen zwischen den deutschen und slowakischen Jugendlichen standen besonders die Arbeits- und Lebensbedingungen in den beiden Ländern im Vordergrund. Besonders begrüßt wurden von den Gastgebern die freien Reise- und Arbeitsmöglichkeiten, die sich ihnen nun bieten würden. Als problematisch empfanden die Schüler dagegen den rasanten Anstieg der Preise und die zu niedrigen Löhne in ihrem Land. So steigen die Preise jedes Jahr um ca. 8%, wobei der Mindestlohn ca. 250 Euro pro Monat beträgt. Häufig muss dann noch ein Drittel davon für die Wohnungsmiete aufgebracht werden.

Neben dem interkulturellen Austausch standen natürlich auch fachliche Schwerpunkte auf dem Besuchsprogramm. In Spišská Nová Ves wurde zunächst mit der Firma Rosero ein Privatunternehmen besucht, dass seit 7 Jahren besteht und kleine Reisebusse für den Tourismus mit Klimaanlage, Ledersitzen und allem Luxus nach europäischen Standard ausstattet. Als Basis dienen dabei Fahrgestelle von deutschen bzw. italienischen Fabrikaten, die dann durch selbstgefertigte und somit preisgünstigere Teile verlängert werden. Aber es kommen auch selbsttragende Bus-Gerippe-Aufbauten zum Einsatz. Auf diese Weise entstehen Busse zum Preis von ca. 60 000 Euro für 16 bis 22 Fahrgäste.

Die deutschen Schüler besuchten zusammen mit ihren Betreuern dann in Levoča - wie bereits seit 1995 regelmäßig - auch in diesem Jahr wieder einen Karosseriebau- und Reparaturbetrieb für Großbusse, der gerade in den letzten Jahren eine enorme Entwicklung durchlaufen hat. Seit zwei Jahren unter privater Leitung baut man dort einen selbst konstruierten Stadtverkehrsbus für 91 Fahrgäste. Stolz präsentierte der Betriebsinhaber den deutschen Gästen das Fahrzeug, das in ca. 1800 Arbeitstunden und bei einer Lieferzeit von zwei Monaten zu einem Preis von ca. 100.000 Euro pro Fahrzeug den Produktionsschwerpunkt darstellt. Ansonsten werden in dem Betrieb noch die alten slowakischen Linienbusse renoviert und gewartet.

Aber auch der kulturelle Aspekt kam nicht zu kurz, da man neben den Stadtführungen in Spišská Nová Ves und Levoča auch Europas größte Burganlage, die Zipser Burg, besuchte und an einem Tag sogar auf "Schusters Rappen" durch die hohe Tatra wanderte. Dabei erfuhren die interessierten Besucher, dass schon im 15. Jahrhundert aufgrund der von den Zipsern eigens aufgestellten demokratischen Regeln das friedliche Zusammenleben von Ungarn, Slowaken, Juden, Deutschen, Rumänen und Weißrussen in der Region gewährleistet wurde und somit schon damals ein kleines "Europa" existierte. Neben diesem umfangreichen fachlichen und kulturellen Programm bearbeiteten die Schüler in ihrer freien Zeit und auch noch abends zur Vorbereitung insgesamt 240 Aufgaben bisheriger Gesellenprüfungen.

Nach ihrem einwöchigen Aufenthalt zeigten sie die deutschen Gäste beeindruckt von dem Gesehenen und einige Schüler meinten, dass sie gerne auch einmal für eine gewisse Zeit in einem Karosseriebaubetrieb in der Slowakei arbeiten würden, um die jeweiligen handwerklichen Tricks kennen zu lernen.

Text und Foto: B. Becker