Im Rahmen der diesjährigen Europaschulwoche mit dem Motto "Europa blickt nach Afrika" fand an der Max-Eyth-Schule (MES) Alsfeld in Kooperation mit dem Eine Welt Laden Alsfeld eine Veranstaltung zum Thema Schulpartnerschaften statt.
Zunächst berichtete Dorothea Simpfendörfer, Lehrerin an der MES und Mitarbeiterin beim Weltladen, über eine noch recht junge, im Aufbau befindliche Schulpartnerschaft mit einer beruflichen Schule in Ghana. Hier werden junge Frauen insbesondere im Textilbereich sowie in Ernährung/Hauswirtschaft ausgebildet. Die Schülerinnen müssen – wie in Afrika üblich - Schulgeld bezahlen, was für viele Familien ein großes finanzielles Problem darstellt. Folglich können viele Schüler die Schule gar nicht oder nur eingeschränkt besuchen. Die Schule ist als Internat konzipiert, da der tägliche Heimweg meist zu weit wäre. Ergänzt wurde der Bildvortrag durch Lena Essig, Pädagogik-Studentin aus Weingarten in Baden-Württemberg. Sie hat an der Schule ein "Freiwilliges soziales Jahr" (FSJ) absolviert. Viele Bilder des Schulalltages machten deutlich, dass an der Schule nach europäischen Maßstäben noch vieles im Argen liegt. Sie müssen die Schülerinnen in engen, spartanisch eingerichteten Großschlafräumen übernachten; die Ausstattung der Klassenräume und der Küche ist äußerst dürftig. Aus diesem Grund hat die Schülervertretung der MES eine Sammelaktion gestartet, um eine Verbesserung der räumlichen Situation finanziell zu unterstützen.
Über eine schon engere und länger gewachsene Partnerschaft mit einer Schule in Tansania berichtete Doris Häring, Lehrerin an der Europaschule in Gladenbach, sowie zwei Schülerinnen. Anfang des Jahres war eine 20köpfige Reisegruppe der Schule zu Besuch in Tansania. Durch gemeinsame Projekte an der Partnerschule sowie Exkursionen ins Land lernten die Schüler sehr viel über die Kultur, die Menschen, das Leben und die Probleme in Afrika. Sowohl die beiden Schülerinnen als auch die ehemalige FSJlerin zogen ein sehr positives Fazit: Ein Auslandsaufenthalt gerade in einem Entwicklungsland erweitere den persönlichen Horizont ungemein. Hierzu gibt es für junge Menschen mehrere Möglichkeiten. Neben dem FSJ kann man beispielsweise auch den Zivildienst im Ausland absolvieren. Darüber hinaus gibt es verschiedene entwicklungspolitische und kirchliche Programme. Häufig werden die Fahrtkosten übernommen und ein Taschengeld ausgezahlt. Näheres findet man unter www.entwicklungsdienst.de.
An der MES ist geplant, die Schulpartnerschaft mit Ghana weiter auszubauen. Vielleicht werden in Zukunft auch Alsfelder Schüler in Afrika unterwegs sein.
Text und Foto: Dr. B. Geiß