Im Rahmen der diesjährigen Europawoche (Motto "Europa blickt nach Afrika“) fand an der Max-Eyth-Schule Alsfeld in Kooperation mit dem Alsfelder Weltladen eine Veranstaltung zum Thema "Altkleiderverwertung" statt. Als Referent konnte der Experte des Dachverbandes FairWertung, Francisco Mari, gewonnen werden.
Dieser erläuterte den anwesenden Schülern, Lehrern und Weltladenmitarbeitern den Weg unserer gebrauchten Kleidung vom Altkleidercontainer bis zum Markt nach Afrika. Dabei wurde deutlich, dass bei diesem Weg so manches "auf der Strecke bleibt“. Denn der größte Teil des Sammelgutes wird von kommerziellen Sammlern verwertet. Selbst ein Logo einer karikativen Organisation schützt nicht immer vor Täuschung: Ein gewerblicher Händler kann es schlicht gemietet haben, um ein besseres Sammelergebnis und somit einen höheren Profit zu erzielen.
Kritischen Verbrauchern riet der Experte deshalb, immer auch die sozialen Folgen bei Kleidungskauf und Altkleiderverwertung im Blick zu haben. Billigkleidung beim Discounter wird meist unter erbärmlichen Arbeitsbedingungen (oft in Fernost, z. B. China) hergestellt. Beim Entsorgen der Altkleidung über Container oder Sammlungen sollte man auf das FairWertungs-Siegel achten. Unter dem Dachverband FairWertung haben sich 1994 kirchliche und kirchennahe Gruppen zusammengeschlossen, um mehr Transparenz und Gerechtigkeit in die Altkleiderverwertung zu bringen. Das FairWertungs-Siegel garantiert, dass die gebrauchte Kleidung mit einem Höchstmaß an Verantwortlichkeit weiterverwertet wird. In Container oder Sammlung sollte aber nur gut erhaltene Kleidung gehen. Stark beschädigte oder verschmutzte Kleidung benötigt für Transport und Sortierung unnötig Ressourcen und gehört direkt in den Hausmüll.
Text und Foto: Dr. B. Geiß