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2006

Europawoche 2006 an der MES - AIDS in Afrika

Dr. Ute Greifenstein bei ihrem Vortrag

Im Rahmen der diesjährigen Europawoche mit dem Motto "Europa blickt nach Afrika" fand an der Max-Eyth-Schule Alsfeld in Kooperation mit dem Weltladen Alsfeld eine Veranstaltung zum Thema "AIDS in Afrika" statt. Als Referentin konnte die Expertin des Zentrum Ökumene in Frankfurt, Frau Dr. Ute Greifenstein, gewonnen werden.

Nach einer Begrüßung und Kurzeinleitung durch Bernhard Geiß vom Alsfelder Weltladen forderte die Referentin die anwesenden Schüler zu einem Spiel auf. Hierbei ging es darum, an sechs AIDS-Patienten (Baby, Krankenschwester, Unternehmer, Prostituierte etc.) Medikamente zu verteilen – die jedoch nur für drei von ihnen reichten. Nach der Auswahl der Schüler wurden nach und nach weitere Informationen zu den Erkrankten (z. B. Infektionsursache, familiäre Situation) gegeben und die Schüler konnten ihre Wahl jeweils erneut durchführen. Die Analyse der Ergebnisse und die anschließende Diskussion machten deutlich, dass dieses "Spiel" eigentlich bitterer Ernst ist, da sich Menschen in den Entwicklungsländern die antiretroviralen Medikamente nicht leisten können und deswegen dem Tode geweiht sind.

In ihrem anschließenden Vortrag erläuterte Frau Dr. Greifenstein insbesondere die verheerende AIDS-Situation in Afrika. Hier leben zwei Drittel der weltweit etwa 40 Millionen Infizierten. Es gibt afrikanische Länder (meist südlich der Sahara), in denen sich ca. ein Viertel (!) der Bevölkerung mit dem HI-Virus infiziert hat. Besonders betroffen ist die Altersgruppe der 15 – 25jährigen, so dass die wirtschaftlich aktive Generation stark in Mitleidenschaft gezogen ist. Viele Kinder haben ihre Eltern durch die Krankheit verloren und müssen sich alleine durchs Leben schlagen. Als Ursachen für die hohe Infektionsrate in Afrika nannte die Expertin die Armut der Menschen, die Ignoranz der politisch Verantwortlichen, die mangelnde sexuelle Aufklärung, die fehlende Prävention sowie die Tabuisierung der Krankheit.

Dass aber das Thema HIV/AIDS auch für die Schüler wichtig ist, zeigen die steigenden Infektionsraten in Deutschland und den übrigen europäischen Ländern. Durch die Entwicklung Virus unterdrückender Medikamente kann man nach einer Infektion den Ausbruch der Krankheit AIDS relativ lange unterdrücken. Das hat dazu geführt, dass viele meinen, eine Ansteckung sei ja nicht mehr so schlimm und unterlassen es, sich vor der Infektion zu schützen. Dabei ist die Verwendung von Kondomen ein wirksamer Schutz vor der Ansteckung.

Text und Foto: Dr. B. Geiß