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2005

Projekt der Berufsfachschule für sozialpädagogische und sozialpflegerische Berufe

Hatten Spaß: die Vorschüler des Wichtellandes und<br /> die Berufsfachschüler, die den "Zirkusgeburtstag" feierten

Geburtstagsfeiern ohne Geburtstag

Pressespiegel: Oberhessische Zeitung vom 30.06.2005

ALSFELD (hek). Kindergeburtstag feiern konnten 20 Vorschüler des Kindergartens Wichtelland, ohne dass einer von ihnen Geburtstag hatte. Sie waren von der Klasse 10 Berufsfachschule für sozialpädagogische und sozialpflegerische Berufe der Max-Eyth-Schule zur Aktion "Kindergeburtstage gestalten" eingeladen worden. 

So wurden die Kinder in eine von vier Gruppen eingeteilt, die unter den Mottos Hawaii, Indianer, Grusel und Zirkus standen. Von der passenden Einladungskarte, über die Tischdekoration und Platzkarte, das passende Menü und die Spiele wurde die jeweilige Party stilecht vorbereitet. Da gab es "Gruselhände“, giftgrünes Eis in Handform bei der Gruselparty oder Toast Hawaii für die "Hawaiianer“. Die Tischdecke zeigte einen Clown und die Tischkärtchen waren Elefanten, wie bei der Zirkusgruppe. "Die Idee für das Projekt stammt von den Schülern“, erklärten die Lehrerinnen Gudrun Jungk und Agnes von Zeppelin. "Sie stellen fest, dass der Weg von der Idee bis zur Umsetzung lang ist, wenn sie ihre theoretischen Kenntnisse praxisorientiert umsetzen."

"Die Schüler lernen durch das Projekt auch Kinder wahrzunehmen und deren Gestik und Mimik zu deuten“, so von Zeppelin. Manche Unlust ließ sich einfach beheben, indem die Freundin mit in die Gruppe kam. Andere Probleme, wie den Jungen, der nicht essen wollte, stellten die Schüler vor größere Schwierigkeiten. "Das ist auch ein Lerneffekt für die Schüler, dass sie erkennen, wie schwer es ist, Leerstellen zu überbrücken“, so von Zeppelin.

Die meisten Vorschüler hatten jedenfalls Spaß bei den Geburtstagspartys. "Das ist etwas ganz anderes als der normale Kindergarten“, zeigte sich Inna Grünewald, Erzieherin im Wichtelland, angetan. Und auch ihre Kollegin Ulrike Wedel meinte, dass die Schüler das gut machen. "Wir wollen damit auch den Kontakt zur Schule halten und den Schülern helfen, schließlich haben wir auch regelmäßig Praktikanten von hier“, erklärte Wedel die Zustimmung des Kindergartens.

Nachdem schon die Vorbereitung fächerübergreifend lief, fassen die Teilnehmer im EDV-Unterricht die einzelnen "Feste" in einer Broschüre zusammen, erklärte Jungk. Und von Zeppelin warf schon einen Blick in die Zukunft: "Da das gesamte Altersspektrum für die sozialpflegerischen Berufe interessant ist, wollen wir uns mit einem Altenheim in Verbindung setzen, um ein Projekt umzusetzen."

Text und Foto: Oberhessische Zeitung vom 30.06.2005, H. Irek