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2005

Ausstellung zu Nordkorea

Beindruckende Bilder aus einem armen Land

Pressespiegel: Oberhessische Zeitung vom 24.09.2005

Klaus Krug stellt bis zum 7. Oktober einen selbst gebauten Ochsenkarren und Fotografien aus Nordkorea aus

ALSFELD (hek). "Abends wurde in Nordkorea immer der Strom abgestellt, nur die rund 30000 Denkmäler des verstorbenen Kim Il Song werden beleuchtet. Vor die ziehen jeden Morgen Schüler und Jugendliche und verbeugen sich." Dies war nur eines der vielen Erlebnisse, über die Klaus Krug bei der Eröffnung einer Ausstellung mit Bildern seiner Reisen in der Hauptgeschäftsstelle der VR Bank in Alsfeld dem Bereichsleiter für das Privatkundengeschäft Uwe Philippi berichten konnte. Besonderes Augenmerk zieht dabei der von Krug selbst entworfene und gebaute Ochsenkarren auf sich.


Uwe Philippi und Theo Hansel, als Vertreter der Schulleitung der Max-Eyth-Schule, zeigten sich von den Schilderungen Klaus Krugs (v. li.) über Nordkorea beeindruckt.

Daneben zeigt die Ausstellung auf rund 140 Fotografien das Leben der Nordkoreaner zwischen der desolaten Ausstattung der Industrie- und landwirtschaftlichen Betriebe und dem Kult, der um den vor elf Jahren verstorbenen Kim Il Song betrieben wird. Eingeführt in die Thematik werden die Besucher anhand einer Weltkarte, die die Lage Nordkoreas zeigt, anhand von Schlagzeilen über das kommunistische Regime und anhand von Reiseberichten Krugs. Dazu vermitteln die Fotos einen Eindruck von Land und Leuten, den Kindern, aber auch den ärmlichen Zuständen, in denen sich die landwirtschaftlichen Gerätschaften befinden. "Das erste Mal bin ich mit meinem Kollegen Hermann Schäfer nach Nordkorea geflogen, um für die Deutsche Welthungerhilfe ein Landmaschinenprojekt zu begleiten“, erzählt Krug von seinen ersten Kontakten mit dem armen Land. Zwei Millionen Euro für Ersatzteile für die alten Traktoren wurden nach Korea gebracht, doch die meisten reparierten Maschinen waren nach einem Jahr wieder defekt. "Jeder Betrieb hat aber 150 Ochsen, und da kam mir die Idee einen Ochsenkarren zu bauen, der ohne große Wartung funktioniert und der billig zu bauen ist." Dabei erklärt Krug an dem ausgestellten Prototyp die Besonderheiten seines Entwurfes. "Die Nabe ist wasserdicht und muss nicht nachgefettet werden und der Karren ist höhenverstellbar“, verweist er auf die Besonderheiten des Gefährtes. In Deutschland beliefen sich die reinen Materialkosten gerade einmal auf 200 Euro, in "China wären es 50 Euro“. Sein Plan ist es, dass er mit Unterstützung einer Hilfsorganisation die nötigen Materialien nach Nordkorea schafft und dort mit Mechanikern die Ochsenkarren baut, wofür keine "aufwändigen Maschinen benötigt werden“. "Aber die Aussichten dafür sind geringer geworden, da mir die Fürsprecher fehlen“, bedauert er. Philippi war erfreut, dass eine "so interessante Ausstellung in den Räumen der Bank zu sehen ist, denn die Kunden haben sich schon von den Bildern beeindruckt gezeigt." Die Ausstellung ist noch bis zum 7. Oktober zu den regulären Öffnungszeiten in den Räumen der VR Bank in der Marburger Straße zu sehen.


Sehr großes Interesse an Nordkorea

Ausstellung mit Ochsenkarren, Bildern, Film, Utensilien und Erzählungen von Klaus Krug

Alsfeld (r) Mit Klängen aus dem kommunistischen Land wurde der Besucher beim Eintritt in die Aula der Max-Eyth-Schule in Alsfeld empfangen. Im Eingangsbereich wurde auf einer Landkarte gezeigt wo Nordkorea liegt, weiter ging es mit Schlagzeilen über das kommunistische Land und dessen Führer Kim Jong II. Zeitungsberichte schilderten die vier Fahrten von Klaus Krug und Hermann Schäfer im Land. Sie hatten dort ein großes Landmaschinenprojekt der Deutschen Welthungerhilfe maßgeblich begleitet und eine Schulungswerkstätte für Mechaniker aufgebaut.

Klaus Krug mit Ochsenkarren bei der Eröffnung
Klaus Krug mit Ochsenkarren bei der Eröffnung

In der Mitte der Aula stand der von Klaus Krug selbst entworfene und gebaute Ochsenkarren samt Konstruktionsplänen, auch wie ein 1.20 m großes Eisenrad gefertigt wird, konnte man sehen. Plakatwände zeigten die vorhandenen defekten Ochsenkarren in Nordkorea. Auf über 140 Bildern bekamen die Besucher Eindrücke, Land und Leute, Kinder, Denkmäler, Maschinen, Landleben und Stadtansichten hautnah vermittelt. Zu sehen waren auch Utensilien wie Bücher, Briefmarken, Zeitungen, Münzen und eine Schnapsflasche, in der eine Schlange eingelegt ist. Während der Ausstellung wurde auch ein Film gezeigt, in dem zu sehen war, wie es in den Dörfern, Städten und auf den Straßen im Land aussieht. Zum Ausgang hin lag Informationsmaterial der Deutschen Welthungerhilfe über deren Arbeit und Hilfsprogrammen in der Welt. Viel Lob von der Schulleitung für die umfangreiche und interessant aufgebaute Ausstellung erhielt Fachlehrer Klaus Krug.

Dadurch, dass etwa 600 Besucher zur Ausstellung gekommen seien, zeige sich, so Klaus Krug, dass es Interesse an dem geheimnisvollen und beängstigenden Land gebe. Krugs nächstes Ziel ist es, Gelder für das Material zum Bau von Ochsenkarren zu bekommen, um dann mit den nordkoreanischen Mechanikern vor Ort Karren zu bauen. Dies ist wirklich "


Pressespiegel: Alsfelder Allgemeine Zeitung vom 09.06.2005

Vogelsberger Ochsenkarren für Koreas Bauern

Klaus Krug (Max-Eyth-Schule) stellte Projekt vor - Traktoren und Karren in Nordkorea oft defekt

Alsfeld (pm). Vier Mal war der Grebenauer Klaus Krug bereits in dem asiatischen Staat Nordkorea und war bestürzt über die Armut in dem diktatorisch regierten Land. Deshalb hat er nun eine Hilfsaktion vorbereitet, um den einfachen Bauern schlichte Ochsenkarren zu ermöglichen. Sein Vorschlag: Hilfsorganisationen stellen das Material, die Beschäftigten in den dortigen Land-Kooperativen bauen die Gestelle selbst zusammen. Darüber informierte er in einer öffentlichen Veranstaltung: Am Donnerstag, 09. Juni 2005 sowie am Freitag, 10. Juni 2005 in der Aula der Max-Eyth-Schule Alsfeld. Dort ist Krug als Lehrer beschäftigt. Er ruft dazu auf, bei dieser Gelegenheit über 120 Bilder mit Eindrücken vom Land zu bekommen. Ausgestellt wird ein selbst gefertigten Ochsenkarren. Weiterhin werden Filmausschnitte aus dem abgeschotteten Land präsentiert. 


Der von Klaus Krug selbst gefertigte Ochsenkarren

Zum Hintergrund: Krug war in den Jahren 2002 bis 2005 viermal für zwei bis drei Wochen für die Deutsche Welthungerhilfe ehrenamtlich in Nordkorea, um ein Landmaschinen-Projekt zu unterstützen und eine Schulungsstätte für Mechaniker aufzubauen. Nordkorea ist ein sehr armes Land, die Menschen werden von einem Militärregime und vom Machthaber Kim Jong Il unterdrückt, wie Krug erfuhr. Um die aktuellen Hungersnöte zu lindern, sind Hilfsorganisationen vor Ort, um mit verschiedenen Projekten den Menschen zu helfen. Obwohl viele technische Maschinen und Traktoren ins Land gebracht werden, sind die meisten Geräte nach ein bis zwei Jahren so defekt, dass sie nicht mehr zu benutzen sind. Zudem fehlen Treibstoff, Strom und Ersatzteile.

Bauer in Nordkorea
Eines der 140 Bilder, die auf der Ausstellung gezeigt wurden

Aus den Projekt-Erfahrungen und vielen Begegnungen mit den Menschen hat Krug gelernt, dass einfache technische Hilfsmittel fehlen oder defekt sind. Pro landwirtschaftlicher Kooperative mit etwa 1000 Hektar Wirtschaftsfläche sind etwa 15 Traktoren mit 28 PS-Motoren im Einsatz, die 25 bis 50 Jahre alt sind. Dazu kommen rund 150 Ochsen, mit denen die Landarbeiter die Felder pflügen, um Reis, Weizen oder Mais anzubauen. Ferner bringen sie die Ernte mit Ochsenkarren zu Sammelplätzen, um dort zu dreschen. Die Karren sind alle so defekt, dass sie fast nicht mehr zu benutzen sind und die Ochsen sich beim Ziehen quälen müssen. Daher kam Krug auf die Idee trotz der widrigen politischen Verhältnisse unter der Diktatur den Menschen sofort durch den Bau von Ochsenkarren zu helfen. So hat er in den letzten neun Monaten einen Ochsenkarren geplant, gebaut und erprobt. Konstruktionszeichnungen und eine Materialliste wurden ausschreibungsfähig erstellt. Die Idee "Hilfe zur Selbsthilfe" beinhaltet, den Menschen vor Ort das Material für den Bau zu liefern und nach einer kurzen Einweisung können sie die Ochsenkarren selbst bauen. Auch der finanzielle Aufwand gegenüber anderen technischen Projekten ist sehr gering. Nun versucht Krug, bei Hilfsorganisationen Unterstützung für ein Projekt "Ochsenkarrenbau" zu bekommen. Bisher habe er nur Absagen erhalten.