Organisations- und Schulprogrammentwicklung
Die Max-Eyth-Schule Alsfeld gehört in Hessen bei der Entwicklung und Ausgestaltung des Schulprogramms zu den Pilotschulen. Der Organisationsentwicklungsprozess an der Max-Eyth-Schule begann vor zehn Jahren mit der Bildung von Supervisionsgruppen, die von der Schulpsychologin am Staatlichen Schulamt des Vogelsbergkreises, Frau Margarete Schupp, geleitet wurden, und setzte sich in der Arbeit des jungen Abteilungsleitungsteams fort. Der Prozess wurde und wird auf Beschluss der Gesamtkonferenz organisiert und begleitet durch eine Steuergruppe, die sich aus engagierten KollegInnen, Vertretern der Schulleitung und des Personalrates zusammensetzt, durch zwei Koordinatoren geleitet und durch außerschulische Experten begleitet wird. Mit der Durchführung von Pädagogischen Tagen wurde das Kollegium in den Prozess eingebunden. Die Ergebnisse dieses kontinuierlichen Entwicklungsprozesses konnten in das von der Hessischen Regierung initiierte Konzept zur Entwicklung eines Schulprogramms integriert werden.
Das Schulprogramm wird auf der Basis des bisher Erreichten und nach dem Konzept der Leitbildentwicklung in einer lernenden Organisation entwickelt. Das Schulprogramm mit den Leitsätzen drückt die pädagogische Grundorientierung der Max-Eyth-Schule aus. Es hat den Anspruch, auf der Basis der schulischen Ausgangslage klare Zielvorstellungen für Unterricht und Schulorganisation zu beschreiben. Zur Konkretisierung und Umsetzung des Leitbildes in den Schulalltag bildeten sich Arbeitsgruppen, die in Orientierung auf das jeweilige Arbeitsfeld (bezogen auf Schulformen, Fächer, Berufe, Gruppen oder übergeordnete Themen) Ziele und Vorhaben einschließlich der Erfolgskriterien nach einem vereinbarten Muster definierten. Die Zusammenstellung derart geschnürter "Arbeitspakete" wird zum zentralen Inhalt des Schulprogramms. Das Schulprogramm stellt Arbeitskonzepte (Projekte) dar, entwirft entsprechende Zeitpläne, benennt Verantwortliche für die Umsetzungsschritte. In der Folgezeit geht es darum, die in den Arbeitsgruppen vereinbarten Ziele und Vorhaben im Schulalltag zu realisieren. Es sind alle LehrerInnen, die Schülervertretung und interessierte SchülerInnen, der Schulelternbeirat und die Schulkonferenz beteiligt. Der Evaluationsprozess wertet die Schul- und Unterrichtsrealität der Arbeitsgruppen mit den im jeweiligen Arbeitspaket definierten Bewertungskriterien einmal jährlich aus und reflektiert diese. In einer weiteren Lernschleife fließen dann die gewonnenen Erfahrungen in die bestehenden oder neuen Arbeitspakete mit ggf. veränderten Qualitätskriterien ein.
Die kontinuierliche Auswertung und Überprüfung der Entwicklung anhand der Evaluationskriterien gewährleistet eine permanente Qualitätsentwicklung. Folgende Beispiele sollen den Prozesscharakter der Qualitätsentwicklung deutlich machen.
- Im Diskurs aller Beteiligten Schlüsselprobleme aufspüren und aufgreifen sowie Eigentätigkeit fördern.
Im November 1997 wurde durch SchülerInnen eine Streikwoche ausgerufen, durch die sie auf die schlechte (Aus-)Bildungssituation hinweisen wollten. Es wurden gemeinsam zwischen SchülerInnen und LehrerInnen, Schülervertretung und Schulleitung verantwortungsvolle Verfahren und Handlungsformen im Diskurs aller Beteiligten entwickelt. Aus dem o. g. Streik wurde eine Projektwoche mit ca. 60 Schülerarbeitsgruppen, wovon heute noch einige bestehen. Letztendlich entstanden aus dieser Projektwoche die Leitsätze der SchülerInnen. - Verantwortung übernehmen.
Mit ihren vielen Projekten, dem Förderverein, der vollschulischen Ausbildung u. v. m. werden an der Max-Eyth-Schule verantwortungsvolle Gestaltungsmöglichkeiten vielfältig genutzt. Nicht Bevormundung, sondern Chancen zur Übernahme von Verantwortung eröffnen immer neue reale Gestaltungsmöglichkeiten, um ein regionales innovatives Zentrum für Aus-, Fort- und Weiterbildung zu gestalten. - Solidarität praktizieren.
Die Weiterentwicklung der schematischen hin zu einer projektbezogenen Vertretungsregelung für Unterricht ist ein wichtiger Schritt, neue teamorientierte Verfahrensregelungen zu entwickeln. Diese sind mit hoher Solidarität schülerorientiert ausgerichtet und berücksichtigen, dass jedes Mitglied der Schulgemeinde immerzu auf Anregung, Hilfe und Unterstützung durch andere angewiesen ist und selbst andere unterstützt. - Sich neuen Aufgaben stellen.
So wurden z.B. die EBA/Ziel 5b-Maßnahme weiterentwickelt - u.a. mit einem neuen sozialpädagogischen Konzept und einem erhöhten Praktikumsanteil oder im Beruflichen Gymnasium und der Fachoberschule ein neuer Schwerpunkt Gesundheit gebildet.
Die Max-Eyth-Schule als selbstorganisierende, lernende Organisation versteht das Schulprogramm als ein Instrument und Werkzeug zur ständigen Verbesserung der Qualität von Schule und Unterricht und zur Erhöhung der Arbeitszufriedenheit. Diese Entwicklung ist ausführlich dokumentiert. Materialien zum Organisationsentwicklungsprozess können als pdf-Dokumente oder zip-Archiv heruntergeladen oder aber als Printmaterialien bestellt werden. Unser Schulprogramm ist ebenfalls per Download abrufbar (PDF, ca. 9 MB).
Für weitere Auskünfte und Rückfragen stehen zur Verfügung:
- Hildegard Jaschinski
- Jürgen Lauber
- Ralf Fei
- Dr. Rainer Kehm
- Roman Quäl
- Jens Stehr
Max-Eyth-Schule Alsfeld
In der Krebsbach 8
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