Kaufleute im Einzelhandel / Verkäufer/innen

1. Kurzporträt der Berufe im Einzelhandel
Die Tätigkeit im Einzelhandel ist vielseitig und abwechslungsreich und richtet sich nach der jeweiligen Branche wie z. B. Lebensmittel, Textil oder Elektro. Der Tätigkeitsschwerpunkt liegt neben der Produktpräsentation vor allem in der professionellen Beratung von Kunden. Spaß am täglichen Umgang mit Menschen ist dabei eine ebenso wichtige Voraussetzung wie fundierte Warenkenntnisse und eine gewisse Belastbarkeit.
Grundsätzlich werden zwei Ausbildungsberufe unterschieden:
1. Kaufmann/-frau im Einzelhandel
2. Verkäufer/in
Während die Verkäuferausbildung nur zwei Jahre dauert, beträgt die Ausbildungszeit zur Kauffrau / zum Kaufmann im Einzelhandel drei Jahre (mögliche Verkürzung: siehe Punkt 3). Die Verkäuferprüfung stellt dabei eine Vorstufe zur Kauffrau / zum Kaufmann im Einzelhandel dar. Aufgrund ihrer längeren Ausbildungszeit werden diese besser bezahlt und haben bessere Aufstiegschancen. Sie können zudem auch für Tätigkeiten im Büro eingesetzt werden, z. B. beim Wareneinkauf, im Marketing, im Personalbereich oder im Rechnungswesen. Außerdem werden Kaufleute im Einzelhandel fundierter auf eine mögliche Selbstständigkeit vorbereitet.
2. Zugangsvoraussetzungen
Für die Ausbildung zum/r Verkäufer/in und zur Kauffrau / zum Kaufmann im Einzelhandel gibt es keine Zugangsvoraussetzungen.
3. Ausbildungsdauer und Möglichkeiten der Lehrzeitverkürzung
- Bei allgemeiner Hochschulreife (Abitur) 1 Jahr.
- Bei Fachhochschulreife (FOS) 1 Jahr.
- Bei Berufsfachschule Wirtschaft und Verwaltung 1 Jahr.
- Auf Grund überdurchschnittlicher Leistungen während der Ausbildung 0,5 Jahre.
Eine Lehrzeitverkürzung muss stets vom jeweiligen Ausbildungsbetrieb bewilligt werden.

4. Unterricht an der Max-Eyth-Schule
Der Unterricht findet wöchentlich an einem Hauptberufsschultag und einem Zusatztag statt.
Während der Schulferien sind die Auszubildenden in ihren Betrieben tätig oder nehmen Urlaub.
KMK-Rahmenlehrplan mit Stundentafel
5. Prüfungen und Abschlüsse
Die Organisation und Durchführung der Abschlussprüfungen liegt bei der IHK Gießen Friedberg. Seit dem 1. Juli 2009 gibt es bei den Einzelhändlern die "gestreckte Abschlussprüfung". Diese erstreckt sich über zwei Teile, wobei Teil 1 inhaltlich der Abschlussprüfung der Verkäufer entspricht. Neu ist, dass dieser Prüfungsteil bereits in die Abschlussnote einfließt. Die frühere Zwischenprüfung entfällt dafür.
Bei den Verkäufern / Verkäuferinnen gibt es auch weiterhin die Zwischen- und die Abschlussprüfung, wobei sie sich die Ergebnisse der schriftlichen Abschlussprüfung als Teil 1 der Prüfung zur Kauffrau / zum Kaufmann im Einzelhandel anrechnen lassen können, sofern sie noch diesen weiterführenden Abschluss erlangen möchten.
Gemäß der hessischen Berufsschulverordnung besteht zudem die Möglichkeit, mit dem Abschluss einer Berufsausbildung gleichzeitig den
- Hauptschulabschluss
- Mittleren Abschluss
zu erlangen, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.
Hessische Berufsschulverordnung (§§ 8 u. 9)
6. Perspektiven
Grundsätzlich entwickelt sich die Zahl der Arbeitsplätze im Dienstleistungsbereich schon seit langem besser als in anderen Wirtschaftsbereichen. Die Berufstätigkeit im Einzelhandel bietet zahlreiche Perspektiven wie beispielsweise den Aufstieg zum Marktleiter. Die Entwicklungsmöglichkeiten sind vielfältig und abhängig vom jeweiligen Unternehmen. So bieten manche Unternehmen als Vorbereitung für weiterführende Aufgaben ein Studium zum Handelsfachwirt an.
Max-Eyth-Schule Alsfeld
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