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Theorie trifft Praxis, Engagement trifft Lust am Lernen

„Es geht rund heute“ – auf diesen einfachen Nenner brachte Schulleiter Friedhelm Walther das außerordentlich vielfältige Treiben, das am Samstag in seiner Schule herrschte. Zum wiederholten Male öffnete die Max-Eyth-Schule ihre Tore und präsentierte unter dem Motto „Open MES“ ihr breites Leistungsspektrum, das sich von Bildungsgängen zur Berufsvorbereitung über Berufsschule oder Fachoberschule bis hin zum Gymnasium erstreckt.

Bilder: Maxmilian Mohr und Dr. Christoph Stüber

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Dabei deckt die Schule die unterschiedlichsten Bereiche ab, beispielsweise Agrarwirtschaft, Bautechnik, IT, Mechatronik, Ernährung, Pädagogik, Sprachen oder Fahrzeugtechnik – und das sind noch längst nicht alle. Bevor Walther eine ganze Reihe von Gästen aus der hiesigen Politik und Verwaltung mit auf einen aufschlussreichen Rundgang nahm, nutzte Dr. Christoph Stüber die ersten Minuten des Programms, um gemeinsam mit den Gästen ein Jubiläum zu feiern: Der Förderverein der Max-Eyth-Schule, dessen Vorsitzender Dr. Stüber ist, feierte in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen.

Seither ist der Verein verlässlicher Partner für viele Bereiche der Schule: Er wickelt beispielsweise die Geschäfte für die Europaschule ab, bildet selbst aus und ist mit zwei Cafeterien an der Max-Eyth-Schule und der Albert-Schweitzer-Schule vertreten. Darüber hinaus stellt er auch die sozialpädagogische Betreuung der INTEA-Klassen bereit, erläuterte Dr. Stüber in seinen Ausführungen; ein weiteres Hauptaugenmerk liege seit der Gründung des Vereins auf der Jugendförderung.

Während des knapp anderthalbstündigen Rundgangs durch das Schulgebäude gerieten die Gäste – darunter der Landtagsabgeordnete Kurt Wiegel, der erste Kreisbeigeordnete Dr. Jens Mischak sowie zahlreiche Vertreter der politischen Gremien der Stadt Alsfeld – mehrfach ins Staunen. Sie lernten die Schule von vielen Seiten kennen, da Walther sie nicht nur durch die Räume führte, sondern auch Philosophie, Ziele und Arbeitsweise der Schule erläuterte. So erfuhren die Gäste von dem großen Stellenwert, den die Europaschule genießt und von den vielen Vorteilen, die dieser Status für die Schülerinnen und Schüler bringt, wenn es beispielsweise um Auslandsaufenthalte oder Praktika geht.

Besonders für die Ausbildung zur Maßschneiderin, die die Max-Eyth-Schule seit vielen Jahren auf bundesweit beachtetem hohen Niveau anbietet, spielen diese Kontakte eine wichtige Rolle, erklärte Bereichs-Koordinatorin Ruth Henkel den Gästen, die die Kostüme des kürzlich aufgeführten Luther-Stücks bewundern konnten. Diese wurden, wie viele andere ungewöhnliche Auftragsarbeiten auch, von den Auszubildenden gefertigt.

Während des Rundgangs, der durch die verschiedensten Klassen und Fachbereiche führte, betonte Walther, dass die hohe Qualität seiner Schule insbesondere auf dem engagierten und verlässlichen Kollegium beruhe: Zwei von Ihnen konnten die Gäste gleich kennenlernen: Dr. Rainer Kehm und Dr. Erich Falk hatten interessante Chemieexperimente vorbereitet, die auf viel Interesse stießen. Zum einen, weil sie unter anderem die Explosionsbereitschaft von Gummibärchen präsentierten, zum anderen, weil man darüber ins Grübeln kam, was es wohl bedeutet, wenn eine Chemikerin angesichts eines thermischen Versuches „Oooops“ sagt.
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Besonders interessant war auch der Werkstattbereich für die Besucher. Die Max-Eyth-Schule verfügt hier über hochmodernes Equipment, das nicht zuletzt großzügig von Partnern aus der Industrie unterstützt wird, wie Walther ausführte. Doch auch der Vogelsbergkreis als Träger hat in den letzten Jahren einiges investiert, wie der Schulleiter betonte; gute und sinnvolle Geldanlagen, wie der Erste Kreisbeigeordnete befand. Auch dieser Fachbereich erfreut sich großer Resonanz weit über die Kreisgrenzen hinaus, unterstrich Walther in seiner Führung.

Viel Spaß mit der neuen Krananlage hatten auch die jungen Besucher des Tages der offenen Tür.
Ein Zusammenspiel aus Lernen und Tun

Große Augen machte die Delegation auch bei der letzten Station: Der agrartechnische Bereich der Schule glänzt mit viel großem Gerät, allen voran eine Ballenpresse, die vermutlich jedes Jungs- und Männerherz höher schlagen lässt. Warum die Schule in jedem einzelnen ihrer Bereiche so erfolgreich ist, machte der Schulleiter auch daran fest, dass viele Lehrkräfte aus der Praxis kommen und somit eine sehr hohe Praxisrelevanz in ihren Unterricht einfließen lassen können. Den Schülerinnen und Schülern komme dieses Zusammenspiel aus Lernen und Tun in jedem Fall entgegen, so Walther, der auch die guten Zukunftsaussichten der Absolventen ins Feld führte.

Die Schulleitung nutzte den hochkarätigen politischen Besuch auch, um verschiedene Themen anzusprechen und Perspektiven für die Max-Eyth-Schule aufzuzeigen. Am Ende der Führung zeigten sich alle Teilnehmer sehr beeindruckt. Dr. Jens Mischak freute sich über die tollen Einblicke in die Schule, die er seit langer Zeit zum ersten Mal wieder besuchte. Sein Highlight war natürlich der Landmaschinenbereich und „die hochmotivierten Lehrkräfte“, die er kennenlernen durfte.

Doch nicht nur für diese Delegation, nein, für alle Besucherinnen und Besucher hatten sich die Fachbereiche viel überlegt, Experimente, Vorführungen, Anschauungsmaterial – es gab viel zu tun und zu sehen für die zahlreichen Gäste, die bis zum Nachmittag das Gelände der Schule bevölkerten. Und auch zu schmecken: Ein Holzbackofen verströmte den Duft von frisch gebackenem Flammkuchen, daneben bot der Fachbereich Spanisch frisch gebratene Paella an. Im Foyer lud ein schickes italienisches Café zum Verweilen, doch um dort lange zu sitzen, dafür gab es einfach zu viel zu sehen: Wer offen war für eine Farb- und Stilberatung nutzte dieses Angebot, andere machten lieber den Nähmaschinenführerschein oder schauten bei der Modenschau zu.

Im Fachbereich Einzelhandel konnte man selbst versuchen, Markenprodukte und No-Name-Produkte voneinander zu unterscheiden, es gab Tattoo-Painting, IT zum Anfassen, Interaktive Sprachspiele, Torwandschießen und Kistenklettern, einen Alterungstest, viele musikalische Angebote und noch weitere Dinge zum Erleben, Anfassen und Erfahren – wie den Elektro-Trabi und das Elektromobil im wahrsten Sinne des Wortes. Wem das alles irgendwann zu viel wurde, der entspannte in dem Snoezelraum oder nahm einfach wieder in dem Café Platz, das nicht nur feine italienische Köstlichkeiten darbot, sondern auch viel Raum zum Treffen und Austauschen.

Von 10 bis 16 Uhr dauerte der Tag der offenen Tür an der Max-Eyth-Schule – fast ein bisschen kurz für dieses riesige Angebot, aber auf jeden Fall lang genug, um sich ein Bild von dieser Schule zu machen, die in ihrer Vielfalt ihresgleichen sucht.

07.10.2017