Archiv

2014

Abschlussprüfung der Land-und Baumaschinenmechatroniker

Von 33 Absolventen haben 32 die Prüfung bestanden, außerdem konnte ihr Klassenlehrer, Oberstudienrat Hermann Schäfer, auch noch zwei von vier "Vorziehern" bei der Verabschiedung begrüssen, ehemalige Azubis, die schon im vergangenen Sommer ihre Gesellenprüfung abgelegt hatten. Damit waren sie ab diesem Moment keine Azubis mehr, sondern frisch gebackene Gesellen des Land-und Baumaschinenmechatronikerhandwerks.

Die Prüfer und die ehemaligen Azubis nach der Prüfung an unserer Schule

Trotz der trüben Witterung, die wenig Anlass bot, sich im Freien aufzuhalten, herrschte eine nicht alltägliche, ausgelassene Stimmung auf dem Parkplatz unserer Schule. Aufmerksame Passanten konnten beobachten, dass hier etwas Besonderes im Gange sein musste, als sich am vergangenen Freitagnachmittag eine Gruppe zumeist junger Leute zum Fototermin vor dem Werkstattgebäude versammelt hatte. Hinter diesen Toren war so mancher der jungen Männer und auch eine Frau im Laufe der vorangegangenen Woche noch mächtig ins Schwitzen geraten, da sie an insgesamt drei Prüfstationen bei der Abschlussprüfung der Land- und Baumaschinenmechatroniker ihr praktisches Können unter Beweis stellen mussten. Nun waren die "Noch-Azubis" gekommen, um das Ergebnis ihrer Mühen zu erfahren. Dabei konnte man die "Steine" förmlich purzeln hören, die den meisten Anwesenden in diesem Moment vom Herzen fielen, als Klassenlehrer Hermann Schäfer, die Prüfungsergebnisse endlich bekannt gab.

Die Absolventen haben damit auch ihren Schulbesuch am regionalen Bildungszentrum in Alsfeld beendet. Unsere Schule ist einer von fünf Schulstandorten in Hessen, an denen im Rahmen des dualen Ausbildungssytems die angehenden Mechatroniker für Land- und Baumaschinentechnik in sog. Bezirksfachklassen beschult werden. Die Auszubildenden kommen demnach aus ganz Mittel- und Osthessen zum Unterricht hierher, der in mehrere Blockwochen gegliedert ist.

Die Ausbildung an unserer Schule erfolgt in hohem Maße in einer ständigen Verzahnung von Theorie und Praxis und das auf dem neuesten Stand der Technik. Möglich wurde dies durch erhebliche Investitionsmittel des Vogelsbergkreises, mit denen der Fachbereich Fahrzeugtechnik umfangreich modernisiert werden konnte.
Ein neuer Fendt Schlepper mit Vollausstattung, eine Claas Rundballenpresse sowie eine Hardi Pflanzenschutzspritze und das notwendige Equipment an herstellerspezifischer Software und Diagnosetechnik gehören jetzt zum Inventar unserer Schule.
Eine pneumatische Sämaschine sowie ein Düngerstreuer, beides Maschinen der neuesten Generation, stehen zusätzlich für unterrichtliche Zwecke zur Verfügung und wurden als Leihgabe der Fa. Amazone mit freundlicher Unterstützung durch die Fa. Schlotter in Idstein vermittelt.
Ein weiterer Schritt zur Optimierung der Ausbildung stellt die Tatsache dar, dass die Azubis mit Beginn dieses Schuljahres schon ab dem ersten Lehrjahr unsere Schule besuchen können und damit nicht mehr zusammen mit KFZ-Mechatronikern an anderen Schulstandorten unterrichtet werden müssen.

Die Ausbildung dauerte insgesamt dreieinhalb Jahre und beinhaltet das gesamte Spektrum moderner Land- und Baumaschinentechnik, mit Schwerpunkt auf die Lernbereiche Mechanik, Hydraulik, Elektrik/Elektronik und Gerätetechnik, sowie die allgemeinbildenden Fächer Deutsch, Politik/Wirtschaftskunde, Englisch, Sport und Religion. Anfang Dezember 2018 musste zunächst die Hürde der Theorieprüfung genommen werden, die ebenfalls an unserer Schule stattfand.

Die eigentliche praktische Prüfung erstreckte sich dann für die Prüflinge über die gesamten zwei Schulwochen nach den Weihnachtsferien. Allerdings war hierbei weniger handwerkliches Geschick, als vielmehr diagnostisches Denken und der Umgang mit moderner Prüf- und Messtechnik gefragt, da der Mechaniker von heute ohne den Diagnosecomputer mit Internetzugang in seiner Werkzeugkiste, kaum noch eine Chance hat, die hochgradig vernetzte Technologie einer modernen Landmaschine zu reparieren.


Einen Schwerpunkt der Prüfung bildete die fachgerechte Installation einer elektrohydraulischen Anlage einschließlich ihrer Einstellung und Funktionsprüfung. In einem sich anschließenden Fachgespräch mussten die Prüflinge außerdem zu Fragen über Hydraulik und Elektrik Rede und Antwort stehen. Es folgten zwei weitere Arbeitsstationen, an denen die von den Prüfern eingebauten Fehler ausfindig gemacht und behoben werden mussten. Das Spektrum reichte hierbei von moderner Common-Rail-Diesel-Einspritztechnologie bis zur klassischen Motormechanik, welche auf Grund der Langlebigkeit der Traktoren weiterhin zum Arbeitsbereich eines Mechatronikers gehört.

Etliche angehende Gesellen dürften demnach vermutlich noch eine unruhige Nacht erlebt haben, bevor sie dann endlich am Freitagnachmittag das heiß ersehnte Zertifikat "bestanden" aus der Hand des Prüfungsausschussvorsitzenden Gerhard Jungmann entgegennehmen konnten. Die Durchführung der Prüfung findet jeweils unter Vorsitz der Innung des Landmaschinenmechaniker-Handwerks Oberhessen – Starkenburg statt, die ihren Sitz in Friedberg hat.

Erfreulicherweise werden auch in diesem Jahr fast alle Prüflinge von ihren Ausbildungsbetrieben in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen, aber auch die restlichen Junggesellen haben mit ihrem Berufsabschluss traditionell sehr gute Chancen, einen Arbeitsplatz im artverwandten Handwerk oder der Industrie zu finden.
Nina Schäfer (Klotz und Noll, Beerstadt) und Hendrik Emich (Justus Becker, Nidda) bestanden ihre Prüfung bereits im vergangenen Juni, beide mit der Note "gut". Prüfungsbester bei der jetzigen Winterprüfung mit der Gesamtbeurteilung " gut", wurde Erik Most von der Fa. Herwig in Schenklengsfeld.

Außerdem haben bestanden:
Allendorf, Tristan (Schmelz und Webert, Bad Hersfeld), Altvatter, Nick (Justus Becker, Nidda), Bender, Michael (Klotz und Noll ,Berstadt), Bengsch, Felix (Hessenforst, Bebra), Brinkmann, Jan (Weimer, Laubach), Burkard, Pascal (Agravis, Michelsrombach), Döring, Nils (Herwig, Schenklengsfeld), Eggebrecht, Yannik (Schäfer, Runkel), Erhardt, Jonas (Noll, Limburg), Euler, Timo (Caspar, Lautertal), Gering, Maximilian (Landtechnikzentrum, Alsfeld), Holzhauer, Fabian (Raiffeisen Bebra), Jäger, Pascal (Schlotter, Idstein), Jestädt, Niklas (Agravis, Michelsrombach), Keim, Laura (DiTec, Haiger), Lehmann, Hagen (Raiffeisen Fulda), Magel, Hannes (Müller, Laubach), Östreich, Dennis (Müller, Laubach), Ridder, Tom (Raiffeisen Alsfeld), Schäfer, Enrico (Landtechnikzentrum, Alsfeld), Schäfer, Norman (Wagener, Neukirchen), Schepp, Johannes (Riess, Maulbach), Schmidt, Till (Troß, Nidda), Schmidt, Maximilian (Leinweber, Neuhof), Scholz, Leander (Hans Kaiser, Tann), Vierheller, Florian (Raiffeisen, Lindheim), Vogel, Lukas (Kohlstock, Tann), Vogt, Aljoscha Leon (Zörb, Lützellinden), Walter, Daniel (Raiffeisen, Hofbieber), Wegener, Niels (Uhr, Fehl-Ritzhausen), Wittich, Simon (Nuhn, Niederaula)

Der Prüfungsausschuss setzte sich wie folgt zusammen:
Vorsitzender Gerhard Jungmann (ehemals Raiffeisen Friedberg), Mario Becker (Raiffeisen Alsfeld), Norman Klotz (Klotz Landtechnik, Pohlheim), Frank Schrattenholzer (Wagener Neukirchen), Dr. Erwin Bernhardt (ehemals Max-Eyth Schule), Hermann Schäfer (Max-Eyth Schule) sowie als Prüfungshelfer Timo Stier (Max-Eyth Schule)

Neben dem Ausschuss wünschte auch die zuständige Abteilungsleiterin Susanne Schäfer den Absolventen alles Gute für ihren weiteren Lebensweg.

Text und Bild: Susanne Schäfer

05.02.2019