Modenschau 2005: Das Making of

Abendkleider und Schmuck mit afrikanischem Flair

Modenschau
Schülerinnen präsentieren ihre selbstgenähten
Kreationen

Farbenfrohe Vorstellung eigener Modekreationen in der Aula der Max-Eyth-Schule - Modenschau der auszubildenden Damenschneiderinnen

Pressespiegel: Oberhessische Zeitung, 24.03.2005

ALSFELD (ls). Pünktlich um 11.30 Uhr begann die Modenschau der auszubildenden Damenschneiderinnen in der prallgefüllten Aula der Max-Eyth-Schule (MES) unter dem Motto "Afrika". Nach einer kurzen Ansprache des Direktors der MES, Friedhelm Miebach, verteilten und präsentierten Schüler eines anderen Fachbereichs selbstgemachte Süßigkeiten.

Anschließend betraten die ersten Models, natürlich zum Rhythmus der afrikanischen Hintergrundmusik, den Laufsteg. Egal ob alleine, zu zweit oder sogar zu dritt, alle ernteten den begeisterten Applaus der zahlreichen Zuschauer, zu denen Schüler der MES, der Albert-Schweitzer-Schule und auch Verwandte der Models gehörten. Während der eineinhalbstündigen Modenschau präsentierten die Models ihre Eigenkreationen, wobei sie nach ihren Lehrjahren, eins bis drei, aufgeteilt waren.

Im ersten Lehrjahr wurden ein Oberteil und ein Rock entworfen und angefertigt, im zweiten ein Oberteil und eine Hose und im dritten Lehrjahr konnte der Schüler selbst entscheiden, was er nähen möchte. Dadurch, dass jeder seine Kleidungsstücke selbst entwerfen konnte, solange sie zu dem Thema passten, bot sich dem Publikum eine abwechslungsreiche und farbenfrohe Vorstellung. Gezeigt wurden unter anderem Alltagskleidung, Abendkleider und selbstgefertigter Schmuck, wobei sich die Schülerinnen von der afrikanischen Kultur inspirieren ließen. Noch verstärkt wurden die vielfältigen Eindrücke durch die aufwändigen Make-Ups und Frisuren der Models, die von auszubildenden Friseurinnen der Vogelsbergschule in Lauterbach gemacht worden waren. Abschließend zeigten zwei maskierte Schülerinnen einen afrikanischen Tanz.

Trotz des Erfolges der ersten von drei Vorstellungen an diesem Tag betonte die Fachbereichsleiterin Susanne Fricke-Nordmeier, seien diese Modenschauen die einzigen. Danach können die Schülerinnen mit ihren Kleidungsstücken machen, was sie wollen. Insgesamt waren an der Modenschau 57 Schülerinnen der Berufsschule beteiligt, von denen 37 in der schuleigenen Werkstatt zu Damenschneiderinnen ausgebildet werden, außerdem die Textilgruppe "Eibe", zu der auch ein Mann zählt.

Anna Gerbig, eines der Models und Auszubildende im zweiten Lehrjahr, nahm somit schon zum zweiten Mal an der Modenschau teil. Während sie vor der Aufführung aufgeregt war und Angst hatte etwas falsch zu machen, hat es ihr im Nachhinein Spaß gemacht. Sie freut sich schon auf ihre dritte Modenschau nächstes Jahr, wobei dies leider ihre letzte sein wird, da danach ihre Ausbildung abgeschlossen ist. Anna erklärt, dass viele Leute gar nicht wissen und glauben, dass es den Beruf der Schneiderin noch gibt. "Dieser Beruf ist nicht altmodisch oder bieder, sondern gerade wieder im Kommen!" Auch Nina Getmann, die dieses Jahr das erste Mal dabei war, war vorher nervös und der erste Schritt auf die Bühne fiel ihr schwer. Danach empfand sie jedoch nur noch Freude und wusste kaum noch, wie ihr Gang über den "Catwalk" eigentlich war.

Auch nächstes Jahr wird es für die Schülerinnen wieder heißen, einen Entwurf und verschiedene Zeichnungen anzufertigen, bevor gemeinsam der Stoff gekauft wird, um schließlich das Original nähen zu können, so dass die vierte Modenschau der Max-Eyth-Schule stattfinden kann.

Sie möchten einen Blick hinter die Kulissen werfen? Ute Groß hat die Vorbereitungen in Wort und Bild festgehalten (pdf, 1.8 MB).

Text und Foto: L. Schmidt, Oberhessische Zeitung vom 24.03.2005

24.03.2005 16:18 Alter: 7 Jahr/e